Tragen?

Warum es sinnvoll ist sein Baby zu tragen?
Warum es sich lohnt sich über das Tragen zu informieren?
Warum es gut ist das Tragen in sein Leben mit einem Baby zu integrieren?
Warum Tragen mehr ist als ein Trend?

 

Körperkontakt ist eine angemessene Reaktion auf die Bedürfnisse des Säuglings und seine evolutionären Wurzeln und Teil eines bedürfnisorientierten Umgangs.
Und dies unabhängig davon, ob der Säugling diesen Kontakt aktiv einfordert oder scheinbar ein „braves“ oder „pflegeleichtes“ Baby ist.


Es gibt verschiedene Argumentationsansätze, welche die Sinnhaftigkeit des Körperkontakts darlegen. Diese Ansätze werden im folgenden kurz und in keinster Weise vollständig, angerissen.

 

Biologisch betrachtet ist der Mensch ein Säugetier, dessen Nachkommen zur Jungenkategorie der Traglinge gehören. Dies bedeutet, dass der menschliche Säugling evolutionär und biologisch auf das Getragenwerden angepasst ist. Dies kann man noch heute an einigen körperlichen Merkmalen erkennen.

Auch wenn der Gedanken dem ein oder anderen befremdlich erscheint, tief in sich drin ist das kleine Baby noch ein kleiner „Ur-Mensch“ ein „Steinzeit-Baby“. Allein gelassen zu werden bedeutet in Gefahr zu sein. Aus diesem Grund reagieren viele Babys auf Verlassenheit oder eine Unterbrechung des Körperkontakts „instinktiv“ mit Kontaktweinen.

 

Darüber hinaus verlangt die seelische und kognitive Situation des Babys nach einer körperlichen Präsenz der betreuenden Person.

Die Veränderungen durch die Geburt sind nicht für die werdenden Eltern groß, sondern auch für das kleine Baby.
Der kleine Körper vollbringt Unglaubliches und das Baby ist mit einer Reihe verstärkter Reize konfrontiert. Diese enormen Lebensveränderungen kann das Baby nicht mit einem Erwachsenen vergleichbar kognitiv verarbeiten, sondern es reagiert eher emotional, intuitiv und in Abhängigkeit von seinem Wesen. Das eine Baby verschläft die Veränderungen und passt sich so langsam an die neuen Bedingungen an, das andere Baby ist überfordert mit der Reihe an Eindrücken und schafft es kaum sich selbst zu regulieren und reagiert auf kleinste Impulse heftig irritiert (weinen).
Gerne nehme ich als Vergleich folgendes Bild: Man stelle sich vor, man wäre – ohne große Vorbereitungen – an einem fremden Ort, die Lichtverhältnisse wären ungewohnt grell, die Gerüche intensiv und zum Teil unangenehm, die Geräusche unbekannt und laut, man würde stark frieren und dabei auf dem Kopf stehen, neben Blähungen habe man mit großem Hunger zu kämpfen … dieses Bild kann nur im entferntesten beschreiben wie umfassend die Veränderungen für das Baby sind. Während wir auf dem fremden Planeten umgehend nach unserem Handy greifen würden, um eine vertraute Person anzurufen, ihr zu berichten wie es uns geht, uns Trost und Rat zu holen, um schließlich einen „Rückflug“ zu buchen … bleibt dem Baby oft nur das Weinen nach den Menschen, bei denen es sich geborgen fühlt.
Geborgenheit, Sicherheit und der Aufbau von Vertrauen in die Beziehungen zu den Bindungspersonen sind die Säulen, die dem Baby in dieser Phase Schutz liefern und es darüberhinaus ins Leben tragen.

 

Die Erfindung des Kinderwagens liegt etwas mehr als 200 Jahre zurück. Zugegebenermaßen eine noch ziemlich moderne Erfindung.
Interessanter Weise gehört ein guter Kinderwagen mittlerweile für die meisten werdenden Eltern selbstverständlich zur Grundausstattung. Die Preise für Kinderwagen haben sich in den letzten Jahren in astronomische Höhen entwickelt und viele Eltern sind bereit diese Preise zu zahlen. Wirklich zwingend notwendig ist ein solches Luxusgefährt für das Leben mit einem Säugling nicht. Eine gute Trageausstattung würde in vielen Situationen deutlich flexibler machen und den Bedürfnissen des Babys mehr entsprechen.

 

Eine sichere Bindung ist der Boden, auf dem unsere Kinder geborgen groß werden.
Durch das Tragen Ihres Babys unterstützen Sie den Aufbau einer feinfühligen, sicheren und tragfähigen Eltern-Kind-Bindung.

 

Tragen steht für Kommunikation mit dem eigenen Kind, aber auch mit anderen Menschen, für Mobilität, Sicherheit, vielfältige Stimulationen, Geborgenheit, für Feinfühligkeit, Präsenz, Liebe, für Nähe, Bindung, Erleichterung, Flexibilität und Spaß ... kurzum: Tragen tut gut!